Was ist Endokrinologie?

Endokrinologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet die Lehre von den Hormonen. Hormone sind Botenstoffe in unserem Körper, die an spezifische Rezeptoren andocken und so alle wichtigen Körperfunktionen steuern. Jedes Hormon hat einen spezifischen Rezeptor, in den es wie ein Schlüssel in ein Schloss passt.

Endokrinologen beschäftigen sich mit den Erkrankungen von hormonproduzierenden Drüsen (wie zum Beispiel der Schilddrüse, Eierstöcken, Hoden, Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse) oder Erkrankungszuständen, die durch Überschüsse, Mängel oder andere komplexe Dysbalancen von Hormonen ausgelöst sind.

Sind es die Hormone?

Hormonstörungen können manchmal sehr unspezifische Beschwerden auslösen, so dass es oft sehr kompliziert ist, die richtige Diagnose zu stellen. Patienten haben dadurch oft einen langen Leidensweg hinter sich, bis die richtige Diagnose und Therapie gefunden ist. Typische Beschwerden, die Patienten häufig zum Endokrinologen führen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, oder -abnahme, Ausbleiben der Regelblutung, Änderungen der Körperbehaarung, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Schwitzen, Herzrasen oder Hitzewallungen, um nur einige zu nennen. Hinter diesen Beschwerden kann sich eine Hormonstörung verbergen, es können sich aber auch andere Gesundheitsstörungen wie z.B. Depressionen, chronische Erkrankungen verschiedenster Ursachen oder entzündliche Erkrankungen verbergen.

Manche Hormonstörungen können aber auch mit spezifischen und typischen Symptomen einhergehen. So kommt es beim Morbus Basedow zu einer Kombination der typischen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen, innerer Unruhe, Gewichtsabnahme in Kombination mit Augenveränderungen wie Hervortreten der Augäpfel (Exophthalmus), Augenbrennen, -drücken, -tränen und -schmerzen.

Bei der Akromegalie, einer Erkrankung, die durch einen Überschuss von Wachstumshormon bedingt ist, kommt es zur Vergrößerung von Händen, Füßen, Kinn und Lippen und Erkrankungen der inneren Organe.

Beim Cushing-Syndrom, welches durch eine vermehrte Cortisolproduktion bedingt ist, kommt es unter anderem zur Zunahme von Bauchfett, Abnahme der Muskelmasse und Muskelschwäche, roten Streifen am Bauch, gehäuften Infekten, Ausbleiben der Periode und vermehrter männlicher Behaarung bei Frauen.

Hier handelt es sich nur um einige wenige Beispiele. Die Krankheiten können zudem bei jedem Menschen sehr unterschiedlich und variabel in ihrer Symptomkonstellation sein.

Beim Auftreten von unspezifischen Symptomen wie oben genannt oder auch spezifischeren Symptomkonstellationen, kann zum Beispiel der Hausarzt behilflich sein und eine Lotsenfunktion einnehmen. Oft kann dann eine weitere fachärztliche Abklärung hilfreich sein.

Für weitere Details können Sie sich auch auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie informieren.